Europäische Grüne vs. Grüne Österreich

Montag, 8. Juni, 2009 um 20:03

Daniel Cohn-Bendit - 2. Plenum 6.12.2003 | Wien

Bei den gestrigen Wahlen zum Europäischen Parlament konnten sich die Grünen in fast allen EU Ländern verbessern oder schafften wie z.B. in Griechenland den Einzug ins Europäische Parlament. Nur in Österreich (wie auch Tschechien) verloren die Grünen massiv und müssen auch noch um ihr zweites Mandat bangen. Was ist los mit den österreichischen Grünen?

Vorwärts Grün - vorwärts Europa! | Wahlplakat der AT Grünen zur EP-Wahl 2009

Ursachen können es viele gewesen sein, da war die Causa Voggenhuber, mangelnde europäische Themen (auch wenn Ulrike Lunacek immer wieder vom Green New Deal sprach), ein Wahlplakat wo nur die wenigsten die Anspielung auf das berühmte Bild Eugène Delacroix - La liberté guidant le peuple verstanden haben. Die Liste ließe sich fortsetzen.

Doch wie heißt es, nach der Wahl ist vor der Wahl und 2010 wird in Wien gewählt. Seit einiger Zeit verfolge ich im Internet die Initiative "Grüne Vorwahlen" und finde es eine sehr spannende Aktion, die sich einige Blogger überlegt haben. Ein Punkt im Statut der Wiener Grünen besagt, dass jede/r bei der Listenerstellung für die Gemeinde- und Landtagswahlen in Wien mitwählen kann, wenn er oder sie sich als Unterstützer/in bei den Wiener Grünen registrieren lässt. Nun haben sich (Stand heute) 223 User/innen als Vorwähler/innen registrieren lassen und warten darauf, dass der Landesvorstand sie aufnimmt.

Screenshot - gruenevorwahlen.at

Nur, die 223 User/innen warten inzwischen schon zwei Monate auf eine Aufnahme als Unterstützer/in bei den Wiener Grünen – nicht, dass der Landesvorstand alle zwei Monate tagen würde, oder so – nein, er tut‘s wöchentlich und berät seit dem wie man mit diesen Unterstützer/innen umgeht. Wofür dann ein Statut? Da wird nun von einigen Funktionär/innen von Gesinnungstest gesprochen, geheime Absprachen um Kandidat/innen bei der Wahl zu pushen befürchtet, sogar eine Unterwanderung seitens der Rechten in den Raum gestellt... - wofür dann aber ein Statut? Die Möglichkeit, die Grünen zu unterwandern gab’s ja dann schon vorher. Sollten sich die Grünen nicht eigentlich freuen, dass es Menschen gibt, die sich am Grünen Projekt beteiligen wollen, oder ist es einfach nur Angst vor Veränderung?

Internet Fuzzi - Grüne Vorwahlen am T-Shirt | © Franz Joseph 2009

Sollten die Grünen wieder mal eine Wahl gewinnen wollen, sollten sie sich der Initiative annehmen und dankbar sein, dass es Leute wie Helge Fahrnberger oder auch Franz Josef (der übrigens eine geniale T-Shirt Kollektion entworfen hat ;-) ) gibt, die im Web 2.0 die Wiener Grünen unterstützen. Denn auch ihre Web 2.0 Aktivitäten sind Unterstützung für das gesamtgrüne Projekt und genauso zeitraubend wie Flyer verteilen, Infostände betreuen usw.

Grün legt überall zu, selbst der ORF berichtet heute von einem überraschenden Comeback der Grünen in Europa - dann bitte auch in Österreich und bitte auch in Wien.

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